Ich bin mir nicht sicher, ob ich der einzige Mensch bin, der von dem unsozialen Verhalten seiner Spezies in Mitleidenschaft gezogen wird, aber ich bin zumindest der einzige, der an dieser Stelle von seinem traurigen Schicksal berichten wird. Ich frage mich immer wieder, ob es nicht noch Menschen ausser mir gibt, die denken “Musste das nun sein?!”
Beispielsweise am Bahngleis. Die Türen des einfahrenden Zuges öffnen sich, und anstatt - wie es löblich und wünschenswert wäre - zügig und lemminggleich den Zug in Zweierreihen zu verlassen, bleiben Halbstarke, die Hose auf halb Acht, erst einmal abwartend in der Tür stehen. Schauen in die Runde. Nein, keine Fans sind zu sehen. Aber dennoch nochmal ein strahlendes Zahnpastalächeln aufsetzen, ein weiteres mal nach links und rechts schauen, um den Bahnsteig nach kreischenden Menschen abzusuchen. Und dann….. endlich…. einen zögerlichen Schritt aus dem Zug wagen. Und JA, der Ausstieg ist geschafft. Und nach sage und schreibe nur 5 Minuten können endlich die in der Kälte wartenden Folgepassagiere den rettenden Zug betreten. Natürlich nur, um am Endbahnhof angelangt - mit einem coolen Blick über den gesamten Bahnsteig - laaaaaaangsam aussteigen zu können. Rache muss schließlich sein.

Geht es euch auch so?

admin

In eigener Sache!

An den Menschen, der sich angesprochen fühlt und absolut weiß, was ich zu sagen habe - Montag Abend ist doch eine feine Zeit. Deswegen bis dann.

Jedoch hat sicherlich auch der Rest der Welt, also ihr, ein Interesse daran, zu erfahren, dass ich das Karnevalswochenende in der Eifel in einer Metropole namens Udenbreth verbringen werde um dort karnevalistisch gut gelaunt und entertainmentmäßig eine Hand voll Kinder zu bespaßen. Sollte ich dieses hingegen aller Erwartungen ohne bleibende Schäden überstehen, werde ich demnächst hier berichten, ob es wirklich so schlimm war. Und wieso.

admin

Traurig aber wahr!

Der einzige Fisch in meinem Paradies für Fische, auch Aquarium genannt, der die Ehre hatte, einen Namen zu erhalten, verstarb heute nach einem kurzen, feuchten Leben - Todesursache unbekannt. Ich hoffe, er beging keinen Suizid, indem er sich ertränkte.

Bob! Ich vermisse mit Dir nun schon den einzig-wahren-männlichen-einen-Namen-bestitzenden Kampffisch meines Beckens!

Wer mir einen neuen Bob schenken will, damit “Bobs Weibchen” nicht weitere bittere Tränen vergießen müssen, möge sich bei mir melden. Natürlich darf der glückliche Schenker dem glücklichen Bob Reloaded einen tollen, neuen Namen verpassen.

Auch wenn diese Headline in die Kategorie “richtig aber leider überflüssig” gehört ist der Unterschied gar nicht zu Übersehen. Auch wenn der neue Monitor - neu aus dem Hause signalgrau - ca. 50 kg wiegt… und interessanterweise auch an Gewicht zunimmt, je mehr Treppen mit ihm überwunden werden. Proportional natürlich. Dafür hat der neue Monitor auch einen tollen Namen - genauso toll wie der Straßenname, der bei der Abholung auffiel. Deswegen:
Willkommen Kunigunda!

Nachtrag:

Natürlich (!) begrüße ich ebenso den neuen Scucker (Scanner + Drucker) in meinem Reich - er ging gestern ein wenig unter, da er sich nicht störrischerweise übermäßig schwer und unhandlich darstellte. Deswegen nun noch ein verspätetes:

Willkommen Hedwig!

Und das auch noch in dieser Kategorie.

Aber in eine andere Kategorie kann man sowas imposantes, einschneidendes wie den ersten Eintrag in ein Blog ja gar nicht stecken. Das wäre understatement für den armen Beitrag.

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Explosive Ambivalenz

Explosive Ambivalenz - eine Bedienungsanleitung!

Die Vereinigung des hochempfindlichen Nitroglycerins und der ambivalenten Konstruktion eines Personal Computers.
Lange Zeit gefahren- und problemlos nutzbar, jedoch ohne ersichtlichen Grund bei einem Schlag, zum Beispiel durch die Fehleingabe eines Passwortes, über eine plötzliche Erhitzung zu einem einem hochpotent explosiven Gemisch wandelbar. Die Metamorphose vom benutzerfreundlichen, unterstützenden und unkompliziert Strukturierten zum stark giftigen Trisalpetersäureester des Glycerins erfolgt binnen Sekunden und hat oftmals einen, zwar nicht tödlichen aber unangenehmen, Systemabsturz zur Folge. Dieser Zustand kann durch die Eingabe eines korrekten Passwortes oder durch die Schaffung einer passenden Außenwelt behoben werden. Um die Kraft der explosiven Ambivalenz abzuschwächen ist es geraten das Ausführen der positiv konnotierten Eingaben zu vermehren und Fehleingaben auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Bei Befolgen dieser Ratschläge ist ein langes, abwechslungsreiches und rundum angenehmes User-Gemisch-Verhältnis problemlos zu leben.

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Das Konzert

Location Soundgarden Dortmund/ 3.IV.2005/ Apocalyptica. Support Angelzoom.

Das Konzert, allgemein eine (meist öffentliche) Aufführung musikalischer Werke. Das klingt in der Theorie nach einem sterilen, kulturell-angehauchtem Musikgenuß, stellt in der harten Realität jedoch vermehrt ein intim angehauchtes, animalisches und zwischenmenschliches Gruppenevent dar. Als praxisorientierter Konzertbesucher findet man sich rechtzeitig am Ort des Geschehens ein um sich unauffällig in die Reihe schwarz-gekleideter und mit viel Stehvermögen ausgestatteten Fans einzugliedern.
Während der einstündigen Wartezeit vor dem eigentlichen Einlaß werden die Nervenstränge höchsten Belastungen ausgesetzt, unter anderem durch das Angebot von Hardcore-Fans, welche sich bereit erklären, den doppelten Preis zu zahlen um noch einen Platz zu ergattern. Nachdem man jegliche Angebote dieser Art nach kurzem abwägen der Pros und Contras abgeschmettert hat ist dieser Zustand jedoch noch mit einer 14tägigen Erholungsreise zu vergleichen und wird sehnlichst zurückgewünscht, wenn man erst den Einlaß überstanden hat und sich fragt, ob es tatsächlich noch möglich ist, diesen Ort lebend zu verlassen, wo doch die Luft anfangs schon so dick ist, dass man sich mit einer Machete den Weg freimetzeln möchte und der Glaube an den Weihnachtsmann dem Wunsch nach ausreichend Sauerstoff und nicht-tropischen Temperaturen vergleichsweise realistisch erscheint.
Kreislaufunterstützend verzichtet man auf den übermäßigen Genuß von Getränken jeglicher Art, um den erkämpften Stehplatz nicht durch das Verrichten von Notwendigkeiten zu gefährden. Ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem man beginnt sich zu fragen, ob man unter Umständen bleibende Rückenschäden oder einen irreperablen Kreislaufzusammenbruch erleiden wird, tritt die Vorband auf die Bühne, überrascht mit einer E-Geige und einer rothaarigen Schönheit, vermag es jedoch nicht, die verharrenden, drängelnden Fans mitzureißen. Von angenervten, durstigen Besuchern wird jedoch jegliche Bewegung eines lebenden Organismus auf der Bühne als willkommene Ablenkung verbucht.
Gegen 21 Uhr Ortszeit treten dann endlich die lange Ersehnten auf den Plan und der Durst und die Rückenschmerzen lösen sich langsam in den wiegenden und wogenden Menschenmassen auf. Weniger angenehm ist der penetrante Schweißgeruch, vermengt mit einer Menge Rauch und Kunstnebel. Auch als störend kann der misanthrope Geneigte das Gedränge im animalischen Kampf um Sicht empfunden werden, welches dafür sorgt, dass man nur knapp Rippenprellungen und Nasenkorrekturen entgehen kann. Dieser Zustand wird aber durch die durchaus vorhandenen musikalischen Künste und die Bühnenperformance der Künstler überaus erträglich gemacht und selbst der hartgesottene Claustrophobiker wird von den Schallwellen mitgerissen und in einen ausgelassenen Hedonisten verwandelt.
Zusammengefasst ist man, wieder an der frischen Luft, überzeugt davon, ausreichend Menschen für die nächste Legislaturperiode mitbekommen zu haben um dann - wieder im heimischen Wohnzimmer - Lust zu verspüren auf das nächste, zwar nicht sterile, aber sehr menschennahe Ereignis.
Ein Konzert.

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