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Katzen in the town.

Ich verfüge seit nunmehr einigen Wochen über zwei Kätzchen. Beziehungsweise sie über mich. Schwarze Katzen, weiße Pfoten, weißes Lätzchen, ideal für schwarz-weiß-Denker. Seit drei Tagen haben können sie einen neuen Trick: Ich betrete die Wohnung und die beiden - namentlich Tennessee und Scotch - verlassen sie. Ich bin im ersten Moment sehr stolz und im zweiten stehe ich an der Wohnungstür und versuche die beiden wieder in die trauten vier Wände zu locken. Wenn das nicht hilft, dann quietsche ich mit der Küchentür (also immer) und die beiden kehren um, in der Hoffnung auf Futter. Katzen sind eben auch nur Menschen. Meine beiden, willkommen in meinem Leben!

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Natürlich könnte es passieren, dass ein Autoschloss bei milden 24 Grad, Sonnenschein und ausreichender Versorgung mit sonstigen Verkehrsmitteln, Nahrung, Getränken und dem Vorhandensein von hilfsbereiten Menschen der angrenzenden ADAC-Niederlassung seinen Dienst verweigert.
Jedoch ist vermutlich die Wahrscheinlichkeit an einem Samstag Nachmittag im Lotto zu gewinnen - natürlich ohne überhaupt getippt zu haben - und zeitgleich noch einen Blitzein- und einen terroristischen An-schlag zu überleben, um DANN auch noch einen Parkplatz vor der Haustür zu bekommen ungleich höher.
Einen ersten Beweis für meine tiefschürfende Theorie durfte ich heute erleben. Meine Mutter nahm für unsere Spritztour in den nahen Schrebergarten den Wagen meines Vaters, welcher selbstredend drei Stunden vorher gen China aufgebrochen war, um ja nicht als möglicher Ansprechspartner zur Seite zu stehen. Aber erst einmal sah es auch nach einem ganz gewöhnlichen Sonntagnachmittag in Deutschland aus, alles war grau, das Wetter tendierte zwischen Schnee und Regen hin- und her und der Frühling war (und ist) gefühlte Lichtjahre und 15 Grad entfernt. Aber all das ist man ja schon zur Genüge gewohnt - die Stimmung wurde also erst in dem Moment schlecht, wo meine Mutter nach einem Rundgang durch die sibirische Eiswüste den unheilverkündenen Satz “Ich glaub, das Auto geht nicht mehr auf” aussprach.

Der Satz an sich löst keine Panik aus, schließlich hört man ja öfter mal Sätze wie “Das geht auf keinen Fall” - und löst das angeblich apokalyptische Problem mit einem lässigen Fingerschnippen. In dem Fall musste ich von dem lässigen Fingerschnippen sogar auf ein energisches Rütteln an der Tür hochschrauben. Jedoch ohne nennenswerten Erfolg, vom Schwanken des Wagens mal abgesehen, welches zwar eindrucksvoll meine Bärenkräfte bewies, jedoch das Schloss an sich nicht im mindesten beeindruckte.

Meiner Mutter wurde dieser Stress nach unglaublichen 40 Sekunden zuviel und sie entschloss sich dazu, umgehend in den Schrebergarten zurückzukehren, um etwas nachzuschauen. Also stand ich mutterseelenalleine vor einem Opel Vectra, welcher sich weigerte mehr als den Kofferraum von sich preiszugeben. In mir gewann der Gedanke oberhand, dass man doch durch eben diesen einsteigen könnte. Leider leider besitzt ein Opel Vectra einen “echten” Kofferraum, was mich dazu veranlasste im Kofferraum zu sitzen, die Schuhe auf die Straße geschmissen, die Mütze schräg aufgesetzt und nachdenklich vor der Rückwand und ihrem geheimen Schließmechanismus zu meditieren. Den verwunderten Passanten winkte ich aufmunternd zu, was sie so beeindruckte, dass sie ihren Weg fortsetzten.
Schließlich ward der Mechanismus der Armlehne überwunden, was ein sage und schreibe 50 x 20 cm breites Loch mittig in der Rücklehne öffnete. Es war sicher ein grandioser Anblick, wie ich meinen Kopf und den rechten Arm durch eben dieses stopfte, um endlich die ganze Rückbank umklappen zu können und das Wageninnere zu erobern. Leider musste ich dort deprimiert feststellen, dass sich die hinteren Türen zwar öffnen ließen - die vorderen jedoch nicht. Starten und fahren ging aber. Ist nur ein wenig umständlich dauernd durch den Kofferraum einzusteigen. Der Bedienungsbroschüre von Opel konnte ich immerhin entnehmen, dass es sich um die mechanische Diebstahlsicherung handelte, welche meine Mutter versehentlich aktivierte. Sehr tolle Erfindung, welche sich nur per Zufallsprinzip deaktivieren lässt. Klasse. Vor allem, da das Auto ja dennoch zu fahren war, wenn man auch durch den Kofferraum einsteigen muss. Sehr sehr sinnvoll.
Zufällig kreuzte ein weiterer Gartenbesitzer unseren Weg - welcher ebenso zufällig bei einem Schlüsseldienst tätig ist. Aber auch das half uns, dem Auto und in der Situation nicht weiter, da man - nachdem man alles vorsichtshalber nochmal wiederholte, was ich schon ausprobierte hatte, selbstredend ohne Erfolg - zu dem Schluß kam, dass da nur eine Werkstatt helfen kann. Nach kurzer Zeit standen Mutter und Tochter also wieder alleine vor dem Auto, welches sich strikt weigerte irgendwie die Vordertüren zu öffnen.
Noch eine Zigarettenpause gab man mir Zeit, den Wagen zu öffnen, danach würde ich ihn mit meiner Mutter auf der Rückbank zumindest auf der heimischen Straße parken und bis Montag warten.

Und in diesen fünf Minuten geschah das Unglaubliche - mit all meiner Nachdrücklichkeit und telephatischen Kraft versuchte ich ein letztes Mal den Wagen zu öffnen - und ein *klick* sagte mir plötzlich, dass die Mechanik endlich den Kampf gegen mich verloren hatte. Der Wagen war offen, was von frenetischem Gejubel unsererseits begrüßt wurde.
Der einzige Wehrmutstropfen an der Sache: Trotz Bedienungsanleitung und fachmännischer Hilfe haben wir keinerlei Ahnung, wie man diese Diebstahlsicherung nun wirklich und professionell entsichert. Oder funktioniert es vielleicht wirklich nur in Kombination mit Fluchen, Rütteln und Ausprobieren? Sozusagen eine Random-Sicherung? Wer weiß - ich hoffe nur, das nicht rausfinden zu müssen.
Und nun ein abschließender Kommentar, gewidmet meiner Mutter:
Mama, zum Schließen machst du eine viertel Drehung nach RECHTS, zum Öffnen etwas mehr als eine halbe Drehung nach LINKS. Niemals mehr. Und niemals weniger!

Und das auch noch in dieser Kategorie.

Aber in eine andere Kategorie kann man sowas imposantes, einschneidendes wie den ersten Eintrag in ein Blog ja gar nicht stecken. Das wäre understatement für den armen Beitrag.