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Zurück in der Gegenwart.

Mal was ganz Neues, wir beginnen mit einem Zitat:

“Zum ersten Mal erkannte er, dass jemand, der ein Geheimnis bewahren will, es auch vor sich selbst bewahren muss. Man muss ständig um sein Vorhandensein wissen, aber bis die Notwendigkeit besteht, darf man es nie in irgendeiner benennbaren Form ins eigene Bewusstsein drängen lassen.” George Orwell - 1984

Die letzten Tage habe ich viel Zeit zum Lesen und die Zeit, die ich nicht zum Lesen nutze, die wird von mir verdacht. Vieles scheint im Umbruch, in mir, in meiner Umgebung und nicht zuletzt in der Gesellschaft. Der oben genannte Satz klingt nach, bringt Angst und gleichzeitig Hoffnung mit sich - als würde das Zwiedenken, wie Orwell es nennen würde, um sich greifen. Angst, dass Dinge verdrängt werden, die offensichtlicher nicht sein können - Hoffnung, weil eben diese Ängste sich im richtigen Moment als Erlösung erweisen könnten. Ist es falsch, an etwas zu glauben, was nicht existiert? Existiert etwas nicht, weil man daran glaubt? Fehlt der Glaube an etwas, was exisitiert? Ruht ein Geheimnis in jedem, nur um in rechten oder unrechten Moment an die Oberfläche zu kommen und im warten darauf ab und an daran zu kratzen? Manchmal schaut man sich um, blickt auf das Leben, dass einen allzeitlich umgibt. Hoffnung gibt an warmen Sommertagen und schmerzlich um sich greift in kalten Wintern. Jetzt ist gestern, gestern erscheint wie heute, die Zukunft so fern wie die Vergangenheit und das Jetzt ist in jeder Sekunde ein anderes. Was ist? Eine Aneinanderreihung von schönen und schlechten Momenten, ein Spiel mit dem Feuer, ein Einkehren in einen Eisschrank, ein Spaziergang auf einer Wiese, früh im Morgentau, dessen Schicksal die aufgehende Sonne besiegelt. Und das Ganze von vorne. Angst breitet sich aus beim Gedanken an die Vergangenheit, die Zukunft, das Jetzt. Hoffnung breitet sich aus beim Gedanken an die Vergangenheit, die Zukunft, das Jetzt. Der Gedanke, was am Ende gewinnen mag? Ein kurzer Augenblick der Angst, ein Aufkeimen der Hoffnung. Was zuletzt bleibt? Ich. Am Ende bleibt immer nur das Eine. Und am Ende des Einen wartet das Nichts. Das Leben für nichts? Das war es dann, dass Wunder des Lebens?

“Nehmen sie Julia! Nicht mich! Julia! Mir ist gleich, was sie mit ihr machen” George Orwell - 1984

Letzten Endes ist jeder (!) sich selbst der nächste. Aber was wäre das Leben ohne Hoffnung?

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